[ultimate_heading main_heading_color=“#063d70″ alignment=“left“ main_heading_font_family=“font_family:Lato|font_call:Lato|variant:900″ main_heading_style=“font-weight:900;“ main_heading_font_size=“desktop:50px;“ main_heading_line_height=“desktop:55px;“ margin_design_tab_text=““ sub_heading_font_family=“font_family:Lato|font_call:Lato|variant:300″ sub_heading_style=“font-weight:300;“ sub_heading_font_size=“desktop:25px;“ sub_heading_line_height=“desktop:30px;“]Ab heute verkauft Google auch in Deutschland seine eigenen Router. Sie heißen Google Wifi und lösen „first world problems“ auf elegante Weise, wie unser Test zeigt.[/ultimate_heading]

Weil mein Router ein schwarzer, autoradioförmiger, hektisch blinkender Kasten ist, steht er da, wo Router eben stehen: in der hintersten Ecke des Wohnzimmers, halb hinter einem Schrank versteckt. Der Preis, den ich dafür zahle, ist ein wackliges bis nicht vorhandenes WLAN-Signal in allen anderen Zimmern der Wohnung. Google glaubt, Menschen wie mir helfen zu können – mit Google Wifi.

So heißt Googles selbst entwickelter Router, der einige Zeit nach dem Verkaufsstart in den USA nun auch hierzulande auf den Markt kommt. Nach Meinung des Unternehmens hat er eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Routern: Er sieht gut genug aus, um offen auf einem Tisch oder im Regal stehen zu können. Er sorgt im Hintergrund immer dafür, dass Nutzer beziehungsweise ihre Geräte das bestmögliche Signal empfangen. Er ist erweiterbar: Zwei oder mehr Google-Router bilden ein Mesh-Netzwerk, das besser funktionieren soll als ein herkömmlicher Repeater. (Wie Mesh-Netzwerke funktionieren und wozu sie gut sind, beschreiben wir hier.) So können auch größere Flächen oder gar mehrere Stockwerke mit WLAN versorgt werden, und Nutzer haben immer und überall guten WLAN-Empfang, selbst wenn sie zum Beispiel während eines Videotelefonats den Raum wechseln.

Die passende Google-Wifi-App dient zur Einrichtung und ermöglicht zudem eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen. Und schließlich schickt Google seine Sicherheitsupdates von selbst auf die Geräte. Die Nutzer müssen sich nicht darum kümmern, ihre Router aktuell zu halten.

Das stimmt ja auch alles. Wobei die Vorstellung von videotelefonierenden und dabei durch die eigene Wohnung flanierenden Menschen eine sehr googelige ist. Das Unternehmen denkt offenbar an große Haushalte mit zwei oder mehr Etagen, in denen zwei bis viele Smartphones in Betrieb sind, ein bis zwei Laptops oder Desktopcomputer, vielleicht noch ein Tablet, definitiv aber auch ein netflixtauglicher Fernseher beziehungsweise so etwas wie ein Apple TV oder ein Amazon Fire TV. An Wohnungen, in denen es keine weißen Flecken, keine Funklöcher geben darf. An Menschen, die 139 Euro für einen neuen Router ausgeben würden, viel eher aber 249 Euro für ein Zweierpack.

Womit wir bei den Nachteilen wären. Google Wifi kommt in einem Land auf den Markt, in dem die meisten Konsumenten von ihrem Provider einen Router mit integriertem Modem bekommen. Der Google-Router kann den nicht ersetzen, weil er kein eigenes Modem hat. Nur wer ein separates Modem hat, kann Google Wifi als einzigen Router betreiben.

[ultimate_heading main_heading=“Lieber für 20 Euro einen Repeater kaufen?“ main_heading_color=“#063d70″ alignment=“left“ main_heading_font_family=“font_family:Lato|font_call:Lato|variant:900″ main_heading_style=“font-weight:900;“ main_heading_font_size=“desktop:25px;“ main_heading_line_height=“desktop:35px;“ margin_design_tab_text=““ sub_heading_font_family=“font_family:Lato|font_call:Lato|variant:300″ sub_heading_style=“font-weight:300;“ sub_heading_font_size=“desktop:25px;“ sub_heading_line_height=“desktop:30px;“][/ultimate_heading]

Weil der aber nur zwei Ethernet-Buchsen hat, von denen eine für den Anschluss ans Modem oder den bisherigen Router benötigt wird, bleibt nur noch eine für eine Kabelverbindung zu einem anderen Gerät übrig. Manchen, die noch nicht vollständig auf kabelloses Internet setzen, wird das zu wenig sein. Ein handelsüblicher DSL-Router hat mindestens vier Buchsen.

Zudem sind 249 Euro für zwei Geräte relativ viel Geld. Der vom Provider gestellte Router ist in den Internettarif eingepreist und wer dessen Signal in der Wohnung verstärken will, kann für rund 20 Euro einen Repeater kaufen, oder einen Extender. Google argumentiert, ein Repeater verlangsame die Verbindung und sei im Gegensatz zu einem Mesh-Netzwerk nicht geeignet, einen fließenden Übergang sicherzustellen – Sie wissen schon, für die flanierenden Videotelefonierer.
Das günstigere Gerät reicht aber erstens in aller Regel aus, um in einem anderen Raum ein zumindest noch akzeptables Signal zu senden, was vielen schon reichen dürfte, weil sie nicht ständig mit ihren Geräten durchs Haus laufen. Zweitens bekommen es manche Nutzer durchaus hin, den fließenden Wechsel mit einem Repeater oder einem zweiten Router einzurichten. Für Smartphones, die noch am meisten durchs Haus getragen werden, gibt es auch entsprechende Apps. Firmen wiederum nutzen teurere WLAN-Controller, um flächendeckende Netzwerke und nahtlose Übergänge sicherzustellen.

[ultimate_heading main_heading=“Technische Daten“ main_heading_color=“#063d70″ alignment=“left“ main_heading_font_family=“font_family:Lato|font_call:Lato|variant:900″ main_heading_style=“font-weight:900;“ main_heading_font_size=“desktop:25px;“ main_heading_line_height=“desktop:35px;“ margin_design_tab_text=““ sub_heading_font_family=“font_family:Lato|font_call:Lato|variant:300″ sub_heading_style=“font-weight:300;“ sub_heading_font_size=“desktop:25px;“ sub_heading_line_height=“desktop:30px;“][/ultimate_heading]
  • 2×2 Wave 2-WLAN
  • Unterstützt die Standards 802.11a/b/g/n/ac
  • Erweiterbares Mesh-WLAN
  • Gleichzeitiges Dualband-WLAN (2,4 und 5 Gigahertz)
  • Zwei 1-Gigabit-Ethernet-Ports pro Router
  • WPA2-PSK
  • Automatische Sicherheitsupdates
  • Einzelpreis 139 Euro, Zweierpack 249 Euro

Außerdem ist Google nicht der einzige Hersteller, der optisch ansprechende, meshtaugliche Routersysteme verkauft. Auf der CES in Las Vegas wurden Anfang des Jahres gleich mehrere vergleichbare Geräte vorgestellt, zum Teil allerdings noch deutlich teurer als Google Wifi. Die Kollegen von Golem.de haben kürzlich alternative Lösungen von Netgear, Devolo, Linksys und Ubiquiti ausgiebig ausprobiert und damit auch in einer schwierigen Testumgebung gute Ergebnisse erzielt.

Wer aber jene first world problems hat, die Google anspricht – zu viel Wohnfläche für nur einen Router, zu wenig Lust zum Herumbasteln mit SSIDs, Kanälen und anderen Einstellungen, aber unbedingten Bedarf an einem stabilen WLAN auch auf dem Weg vom Klo zur Küche –, kann durchaus zu Google Wifi greifen. Es funktioniert nämlich ganz wunderbar. Besser als mein blinkender schwarzer Kasten allemal.

Da auch ich nur einen Router mit integriertem Modem habe, muss ich den ersten Google-Router daran anschließen – was bedeutet, dass auch er im letzten Winkel der Wohnung steht, aber wenigstens nicht versteckt – und ein paralleles WLAN einrichten. Mit der App Google Wifi (für Android und iOS) ist das bequem. Ich werde mit verständlichen Ansagen durch den Prozess geleitet und muss weder die Zugangsdaten meines Providers kennen, noch auf erst rot und irgendwann grün blinkende LEDs starren. Nach wenigen Minuten habe ich das WLAN eingerichtet.

Googles Netzwerkassistent prüft nun alle fünf Minuten, ob das WLAN den derzeit besten Kanal im Spektrum verwendet, und stellt es bei Bedarf automatisch um. Der Nutzer bekommt davon nichts mit. Wer in einem Haus mit vielen Parteien und vielen Funknetzwerken lebt und deshalb schon mal manuell den Kanal gewechselt hat (oder es gerne tun würde, aber nicht weiß, wie es geht), wird für die Arbeitserleichterung dankbar sein. Auch die Verbindung zwischen mehreren Zugangspunkten sowie die Frequenzbänder überwacht Google Wifi ständig, um sie bei Bedarf neu einzustellen beziehungsweise zu wechseln.

Den zweiten Router stelle ich im Schlafzimmer auf, am anderen Ende der Wohnung und damit in der bisherigen WLAN-Todeszone. Nach einigen Minuten steht das Mesh-Netzwerk – und ich habe ein stabiles und starkes WLAN im Schlafzimmer sowie in den Räumen zwischen beiden Routern. Wo ich vorher eine Bandbreite zwischen null und zwei Megabit pro Sekunde hatte, sind es nun mehr als 30. Auch die gelegentlichen Probleme meiner Smartphones, sich überhaupt mit meinem Netzwerk zu verbinden, tauchen zumindest in der dreitägigen Testphase nicht mehr auf.

In der App – allerdings auch nur dort, ein Web-Interface gibt es nicht – kann ich bestimmte Geräte im Netzwerk priorisieren, damit sie auch bei Schwankungen im Netz immer die bestmögliche Verbindung haben. Zum Beispiel den Amazon Fire TV, wenn es mir wichtig wäre, dass der Videostream ohne Ruckler läuft. Ein gesondertes Gäste-WLAN lässt sich in der App ebenfalls einrichten, inklusive Zugriffsmöglichkeiten auf ausgewählte Geräte im Haushalt. Und man kann Geräte im Haushalt markieren und sie ab einer bestimmten Uhrzeit aus dem WLAN aussperren – Google denkt da an Kinder, die beim Abendessen oder zur Schlafenszeit eine Internetpause machen sollen.

Wer sich mit Heimnetzwerken auskennt, wird aber die eine oder andere Einstellungsmöglichkeit vermissen. Wer bei der Einrichtung eines WLANs normalerweise Hilfe braucht, ist mit Google Wifi hingegen gut bedient.
Weil es ein Google-Produkt ist, muss man es extra betonen: Dieses Gerät ist nicht dazu da, Nutzerdaten zu sammeln, die Google dann für Werbezwecke nutzt. Google verdient nur am Verkauf der Hardware, wie der zuständige Manager versichert. Googles Kerngeschäft profitiert höchstens nachgelagert: Wer dank eines starken WLANs viel im Internet aktiv ist, trifft halt auch häufig auf Googles Dienste und Anzeigen, an denen das Unternehmen verdient.